Ach wie gut, dass niemand weiss, dass ich Rumpelstilzchen heiss…. Die Bauerstochter im Grimmschen Märchen musste beweisen, dass sie aus Stroh Gold spinnen könne um vom König zur Frau genommen zu werden.
Diese Geschichte hat sich zwar nicht in unserem Dorf zugetragen – jedoch wurde hier im 19. Jahrhundert tatsächlich Stroh zu Geld gemacht. Wenn auch unter erheblichem zeitlichen und manuellen Aufwand, der sich in diversen Arbeitsschritten vom Anbau, Trocknen, Spalten, Agréments binden und zusammenstellen bis zum Handel manifestierte.
Dass aber nicht Oberwil, sondern Wohlen heute ein Strohmuserum hat, verdankt es den Händlern, die ihre Geschäfte dort verrichteten und wohl den grössten Anteil am Verdienst – und somit auch tatsächlich Wohlstand und Ansehen – dadurch erlangten.
Die ganze Vielfalt der Strohindustrie ist im Museum in Wohlen bei einem Besuch greifbar. Wie aber vergeht die Zeit von der Saat bis zum Produkt? Wie fühlt es sich an, um die Ernte zu Bangen, mit Hand und Herz jeden Schritt zu begleiten und dabei zu Lernen, wie das Stroh – heute ein Neben- oder sogar Abfallprodukt – in anderen Zeiten das Einkommen ganzer Familien bedeutete…
Wir möchten eben dies für alle Interessierten ermöglich und lancieren das Projekt „Rumpelstilzchen“.
In einer Serie von Arbeitsschritten tauchen wir ein in diesen wichtigen Teil der Oberwiler Geschichte und werden von der Aussaat biz zum fertigen Produkt jeden Schritt begleiten und erleben.
Ottilia Leeman – erfahrene Strohflechtering und Workshopleiterin im Museum zu Wohlen, sowie geschätztes Mitglied im Verein Kulturgeschichte – übernimmt die fachkundige Projektleitung. Vielen Dank für dein enormes Wissen und deinen Unterstützung, liebe Ottilia. Für die Planung und Umsetzung ist Inga Hassebroek Ansprechpartnerin und wir freuen uns über alle, die uns dabei unterstützen oder einfach nur dabei sind.
-> Du weisst eventuell sogar selbst etwas zu diesem Thema (oder jemand den du kennst), kannst Agréments oder andere Dinge aus Stroh herstellen, hast Werkzeuge die wir ausleihen und ausstellen dürfen oder kannst uns die ein oder andere Geschichte aus dieser Zeit erzählen? Oder haben wir einfach dein Interesse geweckt?
Dann melde dich bei uns -> wir hätten dich gerne dabei!
Am Freitag, den 21.6. ab 14 Uhr planen wir die Sichlete unseres kleinen Roggenfeldes und das Aufhängen der Ernte zum Trocknen und Bleichen – wenn das Wetter denn mitspielt. Sonst müssen wir es spontan auf einen sonnigeren Tag verlegen… UPDATE: Wir haben es gestern Morgen (Donnerstag) bei trockenem Wetter geschafft die Erne einzufahren – mehr dazu in Kürze…
